Ratgeber Leberzirrhose

Informationen für Betroffene und Angehörige

Leberzirrhose: Therapie

Das Wichtigste für eine erfolgreiche Behandlung ist, die Ursachen der Leberzirrhose zu kennen, damit entsprechende Therapiemaßnahmen eingeleitet werden können. Je schneller die Behandlung einsetzt, umso schneller und effektiver können Beschwerden verringert werden. Sind Alkohol, Medikamente oder sonstige Leber schädigende Stoffe der Auslöser für die Erkrankung, sollten diese Substanzen unbedingt vollständig und ein Leben lang vermieden werden. Außerdem sollten Betroffene zusätzlich auf eine eiweiß- und vitaminreiche Ernährung achten.

Sind Hepatitisviren der Grund für die Erkrankung, werden bei chronischem Verlauf und entzündlicher Aktivität i. d. R. Virostatika verordnet. Diese können die Vermehrung der Viren stoppen, jedoch können dabei oft unerwünschte Wirkungen wie ein verändertes Blutbild, grippeähnliche Krankheitszeichen und erhöhte Leberwerte auftreten.

Ist die Leberzirrhose durch die Kupferspeicherkrankheit (Morbus Wilson) entstanden, wird diese mit bestimmten Medikamenten therapiert. Außerdem sollten Betroffene besonders auf kupferreiche Nahrungsmittel wie z. B. Kakao, Schokolade, Nüsse, Rosinen, Innereien und Krustentiere verzichten. Ebenso sollte das Trinkwasser auf den Wert des Kupferanteils überprüft werden. Bei der Hämochromatose wird versucht, das überschüssige Eisen aus dem Körper zu entfernen. Dies geschieht in der Regel durch eine sog. Aderlasstherapie.

In jedem Fall sollten Betroffene auf eine gesunde Ernährung achten sowie stuhlfördernde Medikamente einnehmen, damit der Körper von Giftstoffen befreit werden kann. Leberschäden, die durch eine Leberzirrhose entstanden sind, sind zwar nicht mehr rückgängig zu machen, jedoch kann eine Leber bereits mit 15 % gesundem Lebergewebe funktionieren. Deshalb ist eine rechtzeitige Behandlung enorm wichtig und kann dem Betroffenen ein fast unbeschwertes Leben ermöglichen. Ist die Leberzirrhose bereits im fortgeschrittenen Stadium, muss an eine Lebertransplantation gedacht werden, die somit auch die letzte Behandlungsmöglichkeit darstellt. Hierbei besteht allerdings die Schwierigkeit der geringen Verfügbarkeit von geeigneten Spenderorganen.

Betroffene sollten wegen des hohen Risikos an Leberkrebs zu erkranken, unbedingt eine regelmäßige Untersuchung beim Arzt durchführen lassen.

sh

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